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Wie lässt sich der psychosoziale Stresslevel bei Krebspatienten senken?

03.01.2012

„Das Arztgespräch ist enorm wichtig, um Angst und Stress zu reduzieren“, weiß Dr. Olav Heringer, niedergelassener Onkologe aus Wiesbaden aus Erfahrung. Während seiner Zeit als Facharzt für Hämatologie und internistische Onkologie im Krankenhaus Nordwest Frankfurt wurde eine Erhebung zum psychosozialen Stresslevel mit 1.400 Patienten in Onkologischen Praxen durchgeführt. Fast alle Befragten (97 Prozent) empfanden allein schon diese Art der Erhebung als positiven Faktor zur Reduktion der Anspannung. Alle Patienten standen unter höchstem Stress und kamen – nach der Diagnose Krebs – erschüttert zum Onkologen. Deshalb ist Herr Dr. Heringer der Überzeugung:„Die Zeit zwischen einer Diagnose und dem Erstgespräch mit dem Onkologen sollte so kurz wie möglich sein. Vor allem sollte niemals ein Wochenende dazwischen liegen.“
Von großer Bedeutung ist, dass der Arzt vom Patienten erfährt, was dieser schon über seine Krankheit und seine Situation weiß. „Dann ist es für den Arzt einfacher, auf den Patienten einzugehen“, so Dr. Heringer. Nur dann kann sich der Arzt sicher sein, dass die vielen Informationen beim Patienten angekommen sind.
Ebenso wichtig ist es für den Patienten zu wissen, wer sein Hauptansprechpartner ist, bei wem die Therapie-Fäden zusammenlaufen. Das ist nach dem Klinik-Aufenthalt der niedergelassene Onkologe. Auch das sollte der Arzt seinem Patienten unmissverständlich klar machen, damit keine Unsicherheiten entstehen.
Verschiedene Therapiemöglichkeiten müssen dem Patienten gleich beim Erstgespräch aufgezeigt werden, wenn möglich mit einem „Fahrplan“ für die nächsten Wochen. Dazu gehört auch, den bisherigen Lebens- und Tagesplan einzubeziehen, wie zum Beispiel Familienfeste oder geplante Reisen.
„Sehr hilfreich ist für den Patienten, wenn er eine schriftliche Aufzeichnung oder Zusammenfassung des Erstgespräches mit nach Hause nehmen kann“, schlägt Dr. Heringer vor. Dafür warten Patienten in der Regel dann auch gerne nach dem Gespräch 10 bis 15 Minuten im Wartezimmer.
Die Erhebung zeigte, dass ein gutes, ausführliches Erstgespräch ohne Zeitdruck dazu beiträgt, dass Stress und die Angst auf Seite der Patienten abgebaut werden können.

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